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CHRONIK
Gaststätte und Pension „Waldhäus’l“
1885 -2011
Im Jahre 1885 wurde der
Grund und Boden von einem Herrn Schmiedel
käuflich
erworben
und die Gaststätte
unter dem Namen „Waldhäusl“ erbaut.
Im Juli 1886 brachte die
damalige „Elbzeitung“ die erste Annonce über
ein großes Sonderkonzert
der „ Badekapelle Waldhaus“.
Wie viele Gäste damals das
Konzert besucht haben, konnten wir leider
nicht erfahren. Der
Besitzer Schmiedel legte sehr viel Wert auf Reklame.
Interessant ist bei dieser
Werbung in der „Elbzeitung“, dass schon 1887
ein Wiener Zitherduett
im „Waldhaus“ für einen Eintritt von 30
Pfennig
gespielt hat.
Im Jahre 1899 wurde das
„Waldhaus“ an Herrn Otto Hahn verkauft.
Von da an wechselte die
Gaststätte bis 1935 12-mal den Besitzer, von dem
vielen Pächtern gar nicht
zu sprechen.
Der damalige Gaststätten-
Vorsitzende, Herr Otto Lasch, Hotel „Krone“, gab über das „Waldhaus“ folgende
Auskunft:
„Die
Einwohner der Stadt Bad Schandau haben die Meinung, das „Waldhaus“ ist und
bleibt ein totgeborenes Kind, denn keiner von den Besitzern und Pächtern hat
sich länger als zwei Jahre gehalten.“
Seine
eigene Meinung war aber, dass, wenn einmal ein Fachmann kommen würde, der es
verstünde, die Gaststätte mehrere Jahre in der Hand zu halten, dieser Betrieb
bei der schönen Lage ein sehr gutes Geschäft werden müsste. Am 15. Mai 1935
übernahm Herr Rudi Walther zusammen mit seiner Mutter das „Waldhaus“. Er
bediente selbst, seine Mutter kochte und ein Küchenmädchen sorgte für Ordnung
und Sauberkeit im Hause. Es waren schwere Anfangsjahre mit dieser damals
kleinen, unscheinbaren Gaststätte. Im Winterhalbjahr lohnte es sich überhaupt
nicht, das „Waldhaus“ offenzuhalten, und so ging er jedes Jahr in das
Wintersportgebiet ins Erzgebirge arbeiten.
1939
heiratete er seine Frau Erika. Ihr Fachwissen verbunden mit viel Fleiß und Ideen
war die Grundlage für die Neuentwicklung der Gaststätte .
Dann
kamen die Kriegsjahre, das „Waldhaus“ wurde Unterkunft für Dresdner Bombenopfer
welche vorwiegend aus Altersheimen kamen.
1946
eröffneten sie gemeinsam die Gaststätte unter dem neuen Namen „Waldhäus’l“.
Diese Namensänderung wollten die Bad Schandauer nicht verstehen. Es hat sich
aber bewiesen, dass es richtig war. Der Name „Waldhäus’l“ ist weit und breit
bekannt geworden.
Da die
Familie Walther den Gästen 1946 nicht viel bieten konnten, verpflichteten sie
den bekannten Zitherspieler Max Wülfing, der früher in der Peterbaude im
Riesengebirge gespielt hatte. Das Zitherspiel im „Waldhäus’l wurde zur
Tradition. Von Jahr zu Jahr nahm der Gästestrom zu. Viele Bergsteiger,
Autofahrer und Reisegesellschaften hielten Einkehr. Ausländische Delegationen
sind sehr oft Gäste im „Waldhäus’l“ gewesen. Die Gästebücher zeichneten schon
damals Eintragungen von 24 Nationen auf.
Die
Zahl der beschäftigten Mitarbeiter hat sich in den Sommermonaten bis auf 40
erhöht. Alle waren bemüht die Gäste auf das Beste zu versorgen. Eine wahlreiche
Speisekarte bürgte für eine gute Küche.
Ab 1.
Januar 1960 arbeitete die Gaststätte unter staatlicher Beteiligung. Das
ermöglichte, den Gästen noch mehr bieten zu können. Schnell kam jedoch die
Gaststätte an die Grenzen des machbaren, bedingt auch durch saisonbedingten
Arbeitskräftemangel.
Ein
Betriebskindergarten sowie ein beheiztes Förderband welches bis in den
Gästegarten reichte waren unteranderen durch die Initiativen der Fam. Walter
entstanden.
1972
brannte die Holzbaude durch einen Großbrand komplett ab, welcher auch das
Haupthaus beschädigte.
Nach
nur 14 Tagen konnte durch Hilfe von Fremden und Bekannten ein kleiner
Gaststättenbetrieb ermöglicht werden.
Nach
der vollständigen Rekonstruktion und den Neubau der Baude konnte der gesamte
Gaststättenbetrieb wieder gesichert werden.
Erst
1975, nach 40 Jahren, trennte sich Familie Walther vom „Waldhäus’l“ und
verkaufte es an die HO (Handelsorganisation,
die größte Einzelhandelskette der DDR).
1990 pachtete Herr Suhl das
„Waldhäus’l“ von der Gaststätten GmbH, welcher schon ab 1976 das Haus unter
staatlicher Leitung führte. Nach Auflösung der Gaststätten GmbH durch die
Treuhand erwarb Herr Suhl das „Waldhäus’l“ und wurde neuer Besitzer.
In seiner Schaffenszeit
wurde auch der Pensionsbetrieb im „Waldhäus’l“ wieder belebt.
Mit Erlangen des
Rentenalters verkaufte Herr Suhl 2008 das „Waldhäus’l“ an Herrn Hauser.
Im
Herbst 2011 wurde das Waldhäus´l an Familie Suba verkauft.
Unter ihren Führung wird das Waldhäusl
modernisiert, aber verliert nicht eigenen Charme und bleibt
Familienfreundlich. Die bekannte gute Küche bleibt genauso.
Gaststätte und Pension „Waldhäus’l“.

Bad Schandau im Januar 2011
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